30.12.18

RAUREIF
FASSUNG II


Wenn in der Welt
unserer Träume
nur ein Moment 
gefriert
entschwebt 
allem Werden 
das Vergehen
ANGSTTRAUM
FASSUNG I


Und wenn in der Welt
unserer Träume
unsere Gegenwart
nur ein tiefes Meer
grauen Nebels bleibt
entschwebt sanft
das Sein
allem Schein

und wenn in der Welt
unserer Träume
nur ein Moment
und in den Adern
das heiße Blut
gefrieren
entschwebt
allem Werden
das Vergehen

24.12.18

IRGENDWIE 
IRGENDWER


Wenn irgendwie
irgendwo
irgendjemand
irgendetwas sagt,
fragt irgendwer:

Was -
was soll denn das
und wie bitte -
wie bitte meint
er denn das?,
dass irgendwer
irgendwo
irgendwie fragt:

Warum -
warum fragt er
denn das
und wann bitte -
wann bitte
antwortet ihm
irgendwie
irgendwer?

22.12.18

ERKENNTNIS VII


Jeder versteckt sich
hinter den Worten
oder dem Schweigen.

Über der Menschheit 
schweben die Wolken
bitt'rer Enttäuschung.

18.12.18

ZUGZWANG


Als würden
die Antworten
verderben,
stellen wir Tag
für Tag
Fragen
über Fragen

und als könnten wir
auf einmal
verblöden,
denken wir Tag
für Tag
über alles
und nichts nach.

13.12.18

KREISLAUF II


Wir warten
und warten,
von Träumen
der Nacht
verwirrt
und erschöpft,

dass uns wieder
und wieder
unser Sinn
und Unsinn
des Lebens
ermüden.

03.12.18

KURZSCHLUSS


Die Huren 
ticken leis'
und langsam.
Doch 
da dicke Dirnen
plötzlich 
platzen,
wird's auf einmal,
wie meine Süße,
schwarz.

30.11.18

WOCHENEND-
DILEMMA


Entweder 
wir fliehen,
von des Tages
schrillen Lärm 
erniedrigt,
in die laute Welt
eines Filmes

oder wir fliehen
unermüdlich,
von der Stille
der Wohnung
gedemütigt,
zum Lesen
ins kalte Bett.

22.11.18

MONOLOG VIII


Die Kunst prügelt dir
jeden Ansatz
von Larmoyanz
aus dem Leib!
Die Kunst quatscht
fröhlich
bei jedem Dialog
zwischen Wahn
und Sinn
dazwischen!

18.11.18

16.11.18

KONFUSION


Während
in jedem Augenblick
die Worte Hier 
und Jetzt
durch die Tiefen 

der Wälder
und Fluren
der Seele geistern,

hallt in roter Ferne
unseres Fernwehs
stummer Schrei.

14.11.18

MONOLOG VII


Da immer
und immer wieder
der Schmerz 
im Kopf blüht
und gedeiht
und im Herzen 
der Kummer gedeiht
und blüht

können sich 
der banale Mensch
und der Menschen
banale Gedanken
niemals
niemals
genügen

06.11.18

LETHARGIE IV


Während der Tag
und die Nacht still
und dunkel bleiben
und Frau Furcht
und Herr Angst
über das Parkett
der bunten Welt
der Gefühle
schweben
verglühen
irgendwie
irgendwo
unbemerkt
eines Menschen
letzte Geistesblitze
ÄRGER II


Gestern 
hat eine Frau
nur von Sorgen
und Problemen
gesprochen.
Heute sprach
ein Mann
nur von sich.
Die Leute 
sind verrückt.
Die Leute
treiben uns
in den Wahnsinn.

04.11.18

ALPTRAUM VIII


Die Kissen bleiben härter
als Steine auf den Wegen.
Wir fallen an den Tagen
und auch an dunklen Nächten
von einem dunklen Alptraum
in einen Andren.
Da an dem langen Abend
kein noch so langes Leben
den lebensmüden Menschen
argloses Träumen lehrt.

29.10.18

ALLTAGSBLUES


Gedanke
und Gedanke
vollführten
frühmorgens
letzte Tänze
und die Sorgen
um alles
und mich
drehten sich 
spätabends
mit Sorge
und Sorge
im Kreis
LEBEN


Während
zwischen 
dem Blabla
und Haha
nur zwei
oder drei
Sekunden
vergehen
trennt
das Hallo
und Tschüß
ein Leben

28.10.18

TROST


Während Du
ins Leere siehst
und Ich
in die Luft sehe
bleiben
die langen
langen Träume
des kurzen Tages
von des Lebens
bitterem Sinn
und Ernst
verschont

23.10.18

GESICHTS-
KONTROLLE


Die Worte
sind länger
als die Tage
und die Wege
sind länger
als die Worte
und länger
als Wort 
und Tag
und Weg
werden
die Fratzen
der Leute
bleiben

21.10.18

ALPTRAUM VII


Wenn ich mit Leuten
lange Zeit schweige,
fühl ich mich 
mehr denn je
mir selbst überlassen.
Ich könnte eine Ewigkeit
vom Sterben träumen,
als wäre alle Agonie
nur eine Lüge.

Ich könnte weinen,
als würde
nur der Trübsinn
den trüben Sinn
erwecken.

18.10.18

ZWIESPALT III


Die Sehnsucht
nach dem Tod
und Leben
färbt Tag
und Nacht 
die Nacht
und den Tag
nur Schwarz
und Weiß

16.10.18

RESIGNATION VI


Die Einen
schweigen.
Als würden sie sich
von dem Verstehen
und Verstandensein
nichts mehr
erhoffen.
Die Anderen
gehen weg.
Als würden sie
die Hoffnung
fürchten.

15.10.18

ERWACHEN IV


Wenn ich mich Tag
für Tag am Abend
in aller Ruhe
zur Ruhe begebe
erwachen
im Inneren Blitz
und Donner

und wenn ich Tag 
für Tag am Morgen
innerlich
zur Ruhe komme 
erwachen
der Gedanken
wilde Stürme

13.10.18

GEWIMMEL


Während alle
in des Tages
kurzen Träumen
alle Straßen 
ohne Sinn
und Ziel auf
und ab
und ab
und auf
gehen

fahren alle
alle Rolltreppen
ohne Ziel 
und Sinn hoch
und runter
und runter
und hoch

08.10.18

ZWIESPALT II


Weil alle
alle den Durst
nach Wissen 
gestillt 
wissen
und den Hunger
nach Vergessen
endlich 
vergessen 
wollen
lodert
die arme Seele
in aller Augen
STILLSTAND II


Solange der Eine nie
und nimmer
auf den Andren

und der Andre nimmer
und nie auf den Einen
wartet

wartet ein Anderer
auf eine Eingebung

03.10.18

IRONIE


Während 
der Mensch
nur Mensch
und das Leben
nur Leben 
und der Tod
nur Tod ist
waren Worte
niemals
nur Worte
MONOLOG VI


Ach was belebt
den Menschen
wenn der Sinn
seines Lebens
stumpfer noch
als das Schwert
des Damokles‘
werden wird
und was –
was passiert
wenn nichts
geschieht

02.10.18

NACHT-
GEDANKEN I


Der Zweifel ist
und bleibt

das enge Korsett
deines Gehirns

der Zweifel bleibt
und ist

meines Gehirns
enges Korsett

01.10.18

27.09.18

MONOLOG V


Während mich 
die Banalitäten
eines jeden Lebens
immer wieder
und wieder 
wie schwarze Löcher 
bis aufs Letzte
aussaugen

verfallen die Leute 
weil sie nicht wissen 
was sie sagen sollen
oder mit mir
und niemandem 
reden möchten
in Schweigen

25.09.18

ISOLATION I


Wir hoffen
die reine Quelle
der Inspiration
immer wieder
und wieder
zwischen dem Wort
und dem Wort
und der Silbe
und der Silbe
zu finden

weil wir alles 
alles von Zeit
zu Zeit
aus uns selbst
schöpfen 
müssen

24.09.18

HOFFNUNG V


Während jeder Tag
nur ein Schrei
und jede Nacht
nur ein Echo
eines Tages ist
erhoffe ich mir
wenigstens
von der Sprache
dass sie mich
irgendwann
mit der Nacht
und dem Tag
versöhnt

23.09.18

ÄRGER I


Entweder
sind die Leute
von Phrasen
besessen
oder sie
hüllen sich
wie am Abend
in Decken
in Schweigen

dass bald
alles Fremde
fast vertraut
und bald
alles Vertraute
fast fremd
erscheint
IGNORANZ I


Während nichts
und niemand 
dein Hoffen
und Bangen
wie die Röte 
eines Morgens
oder Abends
erahnt 

bleiben Tag
für Tag Vers
für Vers
wie des Frühlings
oder Sommers
frische Grün
unbemerkt

20.09.18

BEOBACHTUNG III


Er ergibt sich
wie seinem 
Schicksal
seinen Gefühlen
und lässt Tag
und Nacht 
sein Tun
und Lassen
von seiner
Stimmung
schrillen Stimme
diktieren
LETHARGIE III


Während 
des Windes 
lautem Geheul
von des Tages 
blauem Ende
Abstand 
nimmt
nähert sich 
die Stille 
niemals 
dem Ende
des Tages

16.09.18

ALLTAGS-
HORROR


Hier 
und dort 
hageln Blut
und Schweiß
und dort
und hier
blitzen 
in aller Augen
totem Winkel
die Tränen

15.09.18

ZWIESPALT I


Da in der Nacht
zum ersten Mal 
der erste Traum 
die ersten Träume 
von Körper 
und Seele gebiert
schwängert 
die letzte Liebe
zum letzten Mal
des Menschen
gewaltigen Hass

14.09.18

SOG


Langsam falle ich 
gedankenberauscht
in mich selbst zurück
langsam wird 
mein Innenleben
aller Dinge Sog

denn langsam tropft 
der stumpfe Sinn
durch des Schädels 
dünne Decke

13.09.18

BEGEGNUNG


Während die Leute 
die dich niemals
verstehen werden
zwischen Tür
und Angel Hallo
und Tschüss sagen
und ihre Hände
und Köpfe schütteln
bleibt der Einzige
der dich versteht
außer Hörweite

08.09.18

ZWEIFEL


Vielleicht mag man mich 
überhaupt nicht
da ich niemanden mag
oder ich mag niemanden
weil mich niemand mag

vielleicht mögen wir
gemeinsam nichts
und niemanden
da niemand
und nichts von Zeit
zu Zeit die Zeit
verdrängen kann