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13.02.19

MONOLOG IX


Ich würd' mich nur,
wenn ich wild
schreien würde,
erschrecken.
Doch bliebe ich 
wie alle Tage still,
wär' jeder Tag
ewige Nacht.

22.01.19

ERKENNTNIS VIII


Solange
das Schweigen
der Menschen
nur Beklemmung 
auslöst,
als würde der Raum 
der stillen Welt
immer kleiner 
und kleiner,

werden alle Tage
und Nächte 
unaufhörlich
immer länger
und länger.

06.11.18

LETHARGIE IV


Während der Tag
und die Nacht still
und dunkel bleiben
und Frau Furcht
und Herr Angst
über das Parkett
der bunten Welt
der Gefühle
schweben
verglühen
irgendwie
irgendwo
unbemerkt
eines Menschen
letzte Geistesblitze

18.10.18

ZWIESPALT III


Die Sehnsucht
nach dem Tod
und Leben
färbt Tag
und Nacht 
die Nacht
und den Tag
nur Schwarz
und Weiß

15.10.18

ERWACHEN IV


Wenn ich mich Tag
für Tag am Abend
in aller Ruhe
zur Ruhe begebe
erwachen
im Inneren Blitz
und Donner

und wenn ich Tag 
für Tag am Morgen
innerlich
zur Ruhe komme 
erwachen
der Gedanken
wilde Stürme

24.09.18

HOFFNUNG V


Während jeder Tag
nur ein Schrei
und jede Nacht
nur ein Echo
eines Tages ist
erhoffe ich mir
wenigstens
von der Sprache
dass sie mich
irgendwann
mit der Nacht
und dem Tag
versöhnt

23.09.18

IGNORANZ I


Während nichts
und niemand 
dein Hoffen
und Bangen
wie die Röte 
eines Morgens
oder Abends
erahnt 

bleiben Tag
für Tag Vers
für Vers
wie des Frühlings
oder Sommers
frische Grün
unbemerkt

20.09.18

BEOBACHTUNG III


Er ergibt sich
wie seinem 
Schicksal
seinen Gefühlen
und lässt Tag
und Nacht 
sein Tun
und Lassen
von seiner
Stimmung
schrillen Stimme
diktieren
LETHARGIE III


Während 
des Windes 
lautem Geheul
von des Tages 
blauem Ende
Abstand 
nimmt
nähert sich 
die Stille 
niemals 
dem Ende
des Tages

03.08.18

ILLUSION II


Weil jede Nacht
und jeden Tag
alle Grenzen
einer Illusion 
gleichen
forschen wir Tag
und Nacht
unermüdlich
nach einem Hauch
eines Ansatzes
eines Gefühls
von Freiheit

26.06.18

VERGESSEN
FASSUNG II


Weil meine kleine Welt
noch kleiner als klein wird
und ich morgen
und heute die Nacht
und den Tag 
und das Heute
und Morgen vergesse 
liegt in der reinen Luft
nur reiner Nonsens

16.04.18

BEOBACHTUNG II


Nie habe ich 
anderswo
wenn Menschen
wie die Kopien
von Standbildern
im Leben stehen
als hier
und jetzt gestanden
und von Nähe
und Ferne jetzt
und hier
geträumt

10.04.18

ALLTAGS-
FANTASIE


Wird der Morgen
von dem Abend
ausgelacht
weinen Tage
und die Nächte
schmerzverzerrt
eine Sintflut
süßer Schmerzen

25.03.18

DIKTAT


Die Sprache bleibt 
noch ferner 
als die Ferne
denn die Träume 
die ihren Kräften
und Künsten Tag
und Nacht sicher
und müde bleiben
buchstabieren 
unermüdlich
Tod.es.ängst.e

13.12.17

NONSENS II


Wenn der graue Tag
oder die graue Nacht
auf einmal erblinden
zeigt die Wahrheit

ihr wahres Gesicht
zeigen graue Tage
oder graue Nächte

der grauen Vorzeit
den grauen Vögeln
einen Vogel

01.12.17

VERHÄNGNIS II


Täglich fallen sich 
alle Widersprüche 
in die offnen Arme 
täglich lässt der Tag 
unsre Nacht nicht los
täglich stirbt und lebt
unser Tod und Leben

11.10.17

OHNMACHT II
FASSUNG II


Während wir Tag 
und Nacht und Nacht 
und Tag vom Hier 
und Jetzt sprechen 
und jede Antwort 
eine neue Last 
und Maske trägt 
bleiben die Fragen 
wo und warum 
wir Beide sind 
alte Rätsel