27.05.20

TRAUERORGIE


Die inn’re Leere würgt
der Finstermänner Knochen.
Das dunkle Heute schlürft
die Stunden letzter Wochen.

Das dunkle Gestern trinkt
der letzten Wochen Stunden.
Der Trauer Träne sinkt
in die kusskleinen Wunden.

24.05.20

HOFFNUNG


Wie ringe ich
die Dinge des Lebens,
wie einen nassen Schwamm,
in der Hoffnung,
dass so etwas wie Sinn
und so etwas wie Zweck
herabtropfen,
aus!

Wie ringe ich
mit mir selbst!
Als wäre Ohnmacht
Illusion!

23.05.20

TRAUM-
TRAUMA


All die Träume 
wiegen
nur eine Sekunde
vierundzwanzig 
Stunden!

Ach!
Dein Nervenkostüm
bekommt,
wie das Bild 
deiner Selbst,
Risse!

20.05.20

SELBST-
ERKENNTNIS II


Andere
vergessen
ihren Alptraum
und für mich
ist Vergessen
Alptraum.

Andere
verschweigen
ihren Schmerz
und für mich
ist Schweigen
Schmerz.

19.05.20

AUGENBLICKS-
CHAOS


Des Innenlebens
tränengroße Schatten
streifen
am Horizont
Silberstreifen.

Aus dem Inneren
wird das Außen

und das Außen
ein Traum.

17.05.20

FERNWEHTRAUM


In weiten Weiten,
wo man Altbacken bäckt
und sich Versteck versteckt,
verschweigt das Schweigen
der Leiden Leiden.

In weiten Weiten
verwunden wunde Wunden
und munt’re Münder munden,
wie feige Feigen
zeitloser Zeiten!

16.05.20

LETHARGIE VI


Ach!
Klagen
und Zweifel
der Anderen
hindern mich
am frohen Tun
und frohen Sein.

Ach!
Ewig lauert
die Lethargie,
raubtiergleich,
im Dickicht!

15.05.20

WOHLSTANDS- 
DILEMMA 


Ein jeder Geldschein 
verkommt zum Spatzen.
Doch klingeln fein 
der Trägen Kassen. 

Ein jedes Wort
verkommt zum Kreisel.
Aus Wunden tropft
ein zäher Speichel. 

Ein jeder Moment
verkommt zum Schatten.
Geheul ist fremd, 
wie frohes Lachen.
NACHT-
GEDANKEN


Wer ernst ist,
gilt als kühl
und wer denkt,
dass er
zu viel
denkt,

denkt viel
zu viel

und wer denkt,
wer ernst ist,
wäre kühl,
bleibt
eiskalt!
STUMPFSINN


Überall 
herrscht
ein rauer Umgangston.
Niemand sagt,
was er wirklich denkt.
Die Leute sagen nur,
was ihnen einfällt
und auffällt.

Überall
herrscht
ein kurzes Klagen,
das überall
kurz
beklagt wird.

13.05.20

WAHRHEIT


Was wahr ist,
bleibt wahr!
Nur weil Du 
oft das Gleiche schreibst,
ist das was Du schreibst
nicht ein übles Klischee!

Was wahr ist,
bleibt wahr!
Das die Dinge
nur Dinge bleiben,
sollte die Menschen
über der Menschen
Unberechenbarkeit
hinwegtrösten!

11.05.20

MONOLOG XVII


Könnte man mit Sorgen
seine Brötchen kaufen,
würd‘ ich jeden Morgen
zu dem Bäcker laufen!
Könnte man, wie Geld,
auch die Köpfe tauschen,
würd‘ ich „Held“ für „Held“
den Hirnkasten rauben!

08.05.20

ABSCHIEDS-SONG


Wenn uns ein guter Mensch verließ,
bewohnten süße Früchte Maden
und unser buntes Paradies
verkam zum grauen Schreber-Garten.

Die Speisen rochen fast verdorben
und Leben war, wie Frühling, fahl,
als ginge man wohl alle Morgen
vom dunklen Tal ins dunkle Tal!

Wenn alle guten Menschen gingen,
empfand der Freuden frohe Fluss
beim herrlich schlaf-lied-leisen Singen
nur sanften Überdruss.
TAGES-
BLUES


Vor lauter
lauten Weltschmerz
sehen wir 
nicht mehr 
die Welt!

Vor lauter
lauten Weltschmerz
hören wir 
das Poch-Poch
an der Haustür

und das Poch-Poch
unseres Herzens
nicht mehr!
FLÜCHTIGER
MONOLOG III


Die Geltungssucht 
wächst 
über kleine Köpfe!

Oh! Die Unverstellten,
die ein Schattendasein
fristen,

gelten bei den Leuten,
die mit allen Mitteln
was gelten wollen,

als selbstgefällig!
REFLEXION X


Wenn mancher Mensch
nicht mit Arroganz auftreten würde,
als würde er Dich besser kennen,
als Du selbst,
könnte man ihn den fatalen Mangel
an Menschenkenntnis
verzeihen!

Wenn mancher Mensch
sich selbst so kritisch sehen würde,
wie die Anderen,
könnte man mit Kritik
besser umgehen!
GEGENWARTS-
QUAL


Wenn der Mensch
seine Welt
nicht zerstört,
macht er aus der Welt
verkehrte Welt.

Denn wenn der Mensch
nicht vom Hunger
nach Macht gequält 
wird,

wird er vom Durst
nach Ohnmacht
gequält!
IMMER


Du Du und Ich Du.
In unseren steifen Nacken
die Nähe
der Unnahbarkeit.

Du Du und Ich Du.
Du immer Immer im Mund,
trittst

gegen der Trägen
Tretmühlen.

07.05.20

REFLEXION IX


Egal
was wir tun:
Was wir tun
ist egal!

Der Mensch
bleibt,
wie ein Fisch 
im Netz,

in seinem Ego
gefangen!
REFLEXION VIII


Die Sprache
baut die Brücken,
die sie einreißt.
Die Sprache
ebnet die Wege,
auf die sie Steine,
wie Streu-Salz,
streut.

Die Sprache
gibt dem Nichts
alles!

05.05.20

VERWIRRUNG


Im hohlen Herzen
ist der Hohlköpfe
hohles Wort

der Leere
Lehre

und im hohlen Kopf
ist der Herzen
hohe Raum
hohe Kunst!

04.05.20

ROLLEN-
TAUSCH


Das Werden
will das Vergehen
und das Vergehen
das Werden werden
und der Schein

will nicht Schein
und das Sein Sein sein,
da alles alles tun
und lassen
und doch das Tun

und Lassen lassen 
will!
GUTE
NACHT!


Eines 
Dreiecks

Dreck

deckt ab
und zu

Zu
und Ab

zu.
KOPF-KINO


Der Zweifel
macht 
den Zwerg
einen Kopf 
kleiner

und der Kopf
macht
des Zwergen
großen Zweifel
zum Riesen!

03.05.20

HOFFNUNG


Des Schöpfers
große Geschöpfe
schöpfen
aus des Hoffens
Schopfes
kluge Köpfe

und das Hoffen
schöpft
aus dem Schopf
kluger Köpfe
des Schöpfers
Geschöpfe!
TAG-
TRAUM


Während sich
rosa-roter Dreck
auf die rosa-rote Brille 
eines rosa-roten Panthers
legt,

umdreht,
ohnmachts-müde,
des Welt-Raums
großer Schrott

Stern
für Stern.
WELT-SCHICKSAL


Die Welt ist heute
wie gestern

und das Gestern ist,
wie heute, 
eine Welt

und das Heute ist,
wie die Welt,
ewiges Gestern!
VOR-AHNUNG


Heute
flossen die Tränen
und morgen fließt, Tropfen
für Tropfen,
rot-wein-rotes Blut
und über-morgen 
fließen rot-wein-rotes Blut
und die Tränen

und über-über-morgen 
fließen das Heute
und Gestern
in weiß-wein-weiße Winter
fort!

02.05.20

LETHARGIE V


Wer Dir nicht das Herz
schwer macht,
hängt an unser Himmel
schwermut-schwere Wolken
schwere Gewichte.

Wer gar nichts tut,
verwandelt
erst das Gar-Nichts
in die Last der Welt

und dann der Welt 
große Last
in die große Welt!