10.04.17

ABGRUND


Wir decken nunmehr
unsere Wunden mit
Phrasen zu.

Doch in unsere
Totenschädel
bohren Blicke weiterhin
abgrundtiefe Löcher.


07.04.17

ALPTRAUM II


Auf unserem
Geduldsfaden 

balanciert blei-
leichte Leere.

Auf unseren Luft-
wegen wandelt

unser aller Tod.
Auf dem Boden der

Tatsachen träumt
unser Alptraum.

03.04.17

AUSGEBRANNT


Noch den Atem
der Endzeit einfangen.
Die Glut unserer
Sprache schüren.
Noch die Augen im
Strom der Zeit
waschen.
Damit auch
das allerletzte Bild
endlich verblasst.
ZWIEGESPRÄCH


Ich bin ein dummes Kind!
Ich wusste das schon!
Wenn Anfangslaute gleich sind…
…nennt man es Alliteration!

Danke! Und wie heißt…
oh, ich bin ja so dumm!
…das nenne ich meist
die größte Untertreibung!

31.03.17

ZUVERSICHT


Heute schwirren 
Migränen umher.
Heute schweben in 
heißer Luft Schmerzen.
Heute fliegen Krach 
und Dreck über
den Dickschädeln.
Heute wird es,
von früh bis spät,
wie gestern sein.

30.03.17


Der Mond 
fliegt durch

die Kammern 
der Herzen.

Wir ziehen 
Stiefel aus,

um endlich 
nackten Fußes

durch Asche 
zu waten.

29.03.17

RÜCKZUG


Von Stille 
bedrängt, 
ziehe ich mich 
ins Leben 
zurück.
In den Schutz
unserer Hektik.

21.03.17

HOSPIZ


Wer hier liegt, ertrinkt
seine Hoffnung im Weiß
stiller Zimmer.
Wer hier liegt, hängt
am Tropf dunkler Ängste.
Wer hier liegt, vergisst
sein Leben -
und erinnert Alpträume
allerletzter Nächte.

12.03.17

BETRACHTUNG


Worte werden Bilder
und Bilder
unsere Spiegel.
Im Spiegel
vollzieht sich
der Wandel
unserer Welt.

10.03.17

PARANOIA


Gefangen im
Schädel
die Stimme
der Trauer.
Das Echo
bleileichter
Schatten Schritte.
Des Herzens
tiefstes Grab.

05.03.17

WOHLSTANDSTANGO


Der Lärm 
der Gegenwart 
verschließt uns 
Augen und Herz.
Wir lallen uns ein
und streicheln das Ego.
Wir riechen nur 
unseren Stallgeruch.
Wir bleiben 
die Ohrenzeugen 
unserer Endzeit.

27.02.17

TRANCE


Träume schlaf-
wandeln heut Nacht.
Ihre Ängste werden
zu kalten Wind-
schatten.
Nur diese Toten-
stille könnte sie
jetzt noch auf-
wecken.

24.02.17

INSPIRATION


Die Worte sind 
entfesselt jetzt 
und schenken
der Freiheit
Luft und Raum.
Träume verlieren
ihre letzten Grenzen
und hauchen
der Freiheit Kraft
und Leben ein.

21.02.17

TRENNUNG


Nunmehr sind wir
und unser Wort-
schatz getrennt.
Ausgangs- und End-
punkt ist unser
letzter Schluss-
strich geblieben.

20.02.17

WANDEL


Die Erinnerungs-
bilder wandeln 
sich zu Träumen.
Die Gegenwart
schwebt in asch-
fahler Abend-
blässe.

18.02.17

WINDSTILLE


Kein Wind gibt uns 
Hoffnung auf Flügel,
das Gefühl
von Leichtigkeit.

Die Erwartungen 
berühren Wolken,
während Mensch
und Zeit stillstehen.

15.02.17

MIGRÄNE


Der Regen 
fällt auf keine Stirn, 
um Schmerz 
endlich zu lindern.
Nur in Träumen 
weht ein
frischer Wind.
Nur im Schlaf
bleiben der Gedanken 
Schatten übrig.

12.02.17

ALPTRAUM


Erinnerungen
verkommen
zu Zerr-
bildern bald.
In meinen
Träumen taucht
mit nie
geahnter Toten-
blässe
dein Gesicht.
ENTTÄUSCHUNG


Eine Dekoration 
zum Augen-
ausstechen
und ein helles 
Frauen-

lachen, wie 
ein Ersticken. -
Uns Beiden eilt
niemand
zu Hilfe.

08.02.17

TAGTRAUM


Keine Farbe löst 
die Starre der 
Dinge.
Kein Toten-

tanz schafft in 
diesem Still-
lebenmoment 
Bewegung.

07.02.17

STILLSTAND


Alles bleibt 
an seinem Platz.
Als wäre 
vom Sturm-
wind nichts berührt.

Alles bleibt auf 
grauer Erde 
fest wie ein Stein.
Als wäre Medusa
unsre Zeit.

06.02.17

VERWANDLUNG


Über allen Ab-
wegen kreisen
greifvögelgleich
dunkle Poesien.

Die kurzen Still-
stände der Herzen
geben Todes-
ängsten Flügel.

05.02.17

03.02.17

ABENDSTILLE


Auf Straßen rauscht
die bleiche Leere.
In dieser Januar-
luft liegt keine Poesie.
Zwischen Hier und Jetzt
bleibt für kalte Lange-
weile Raum.

02.02.17

TAGESANFANG


Morgens dauert das An-
ziehen lang.
Morgens wird man zum
Flamingo kurz.

Morgens fällt alles
besonders schwer,
weil aller An-
fang schwer ist.

28.01.17

LEICHTIGKEIT


Leichter Druck auf 
den Augen,
ein leichtes Herz
in der Brust,
und im Morgen-
wind wiegen sich die 
leichtesten Klänge.

25.01.17

ABSCHIED III


Täglich verstreuen wir 
die Asche unsrer Hoffnung.
Täglich erblinden wir 

fast. Weil am Himmel sich
die stillen Tänzer
wieder verabschieden.

23.01.17

VERHÄNGNIS


Der Trauervogel
schwingt durch
meine schwarz-

weißen Träume.
Ich bin nirgend-
wo vor ihm sicher.

Nirgendwo spendet
ein Feuer mir
Wärme und Licht.

01.01.17

SATTHEIT


Nackte Knochen liegen
auf unsren Tellern.
Die satte Leere atmet
das Schweigen.

Unsre Lippen sind nun-
mehr versiegelt,
wie nach Morgen-
grauen der Traum.