17.09.17

ABSCHIED IV


Im Bauch kreist wie Bumerang
ein Schmerz langsam hält
die Psyche still und inne


langsam nimmt von uns
die Sprache Abschied

16.09.17

RÄTSEL


Unser Blick und Traum
sind längst verloren
wir ahnen nicht mehr
was sich hinter Zeilen
und Fenstern verbirgt

vom ersten Moment an
blieb dieses Rätsel
letztes Spiegelbild
SCHWERELOS


Da langsam jeder Augenblick
in deiner Hand zur Glut verkommt 
wird langsam und fast takt-

und fast schwerelos das Herz 
unserer Erinnerung

13.09.17


HERBSTNACHT


Wie die Toten (unter
der Erde) war heut
und gestern
unser Himmel blass
wie die Angst (unter
Hut und Hemd) war
unsere Herbstnacht
gestern und heut 
wieder einmal kalt

04.09.17

ENDLICHKEIT


Alles endet in einem
endlosen Monolog
alles spricht und erzählt
am Ende ohne Ende

letzten Endes
nur von sich 
und uns

30.08.17

KLAGE


Ach Mensch Mensch
was machst du nur
auf ein offenes Ohr

trifft keine Klage
ach Mensch Mensch
halte deinen Mund

11.08.17

VERMISCHUNGEN


Träume sind der leisen Gedanken
leise Zwiegespräche
in Träumen in denen die Worte

und Bilder sich vermischen
vermischen sich die Gedanken
mit den Gedanken
INKOGNITO


Wir tauschen Gesichter
mit der Nacht
wir wollen nicht mehr
dieselbe dünne Luft
wie die Anderen atmen

niemand weiß wo
und wer wir sind

09.08.17

EINSICHT II


Die Dinge dieser Welt
sind der Unzulänglichkeit
ein Spiegel

die Welt dieser Dinge
bleibt Oberfläche nur
im Herzen

02.08.17

HEIMKEHR


Urängste streifen
meine Salzhaut ab
in das dunkle Innere
kehren 
dunkle Ironien heim

26.07.17


ENTMUTIGUNG


Alles verkommt nur
zu einer Skizze
alles verlässt die Grenzen
des Möglichen nicht
alles bleibt weniger

als das Meiste
und Nichts

17.07.17

GROTESKE


Während alle Fassaden 
auf unserem grauen Alltag
schwarze Schatten werfen

führten uns alle Wege nur
in noch grüne Fremde

11.07.17

ALPTRAUM III


Alpträume schwärzen 
alle meine Texte 
und Schneegesichter

fliegen bleiern
um mein Papier

10.07.17


LAST


Irgendwie fällst
du nie auf die Schnauze
Idioten fallen nicht
o nein nein wir
tragen
euch
noch!
SELBSTZEUGNIS


Ich drehe mich lieber
im Kreis als den Stillstand
ertragen zu müssen
drum schließe ich Türen
und öffne die Augen

07.07.17

BEWEIS


In Ohnmacht fällt
unsere Ohnmacht
und alles oder nichts 
wird von niemandem
und nichts

wie der Monsun
beweist bewegt

05.07.17

SELBSTGESPRÄCH


Während unsere Herzen
und der Plural zerbrechen
wird die Geheimsprache
der Worte
ein letztes Mal müde

28.06.17


(ALP)TRAUMABEND


Die Flammen der Ängste
verbrennen Luft (und Raum)
und vaterseelenallein erlöscht

auf (blut)schwarzer Flur
erstes Vollmondlicht

22.06.17

HOFFNUNG II


Auf den Spuren unserer Blicke
wandelt die Leere
wenn wir endlich erstarrten
wäre der Himmel nicht mehr
nur aus Stein

20.06.17

Der breite Atlasrücken
ist unser Verstand
wenn wir wachen
oder Tag und Nacht 
träumen 

zeigt er uns nur
die kalte Schulter

15.06.17

PROVOKATION


Nur noch die Höflichkeit 
legt dir Worte ins Maul
irgendwann spuckst du
wie die schwarzen Kerne

einer roten Melone
goldene Zähne aus

08.06.17

NEONMOND


Der Abend
verschluckt die Stille
während der Neonmond
unsere Phrasen

und in den Adern
dünnes Blut gefriert
ERINNERUNG


Ein Tagtraum 
blutet Schwärze 
aus einer Erinnerung
nachtdunkler Schatten 
verhängt 

unsere
todmüden Sinne

27.05.17

ANGST


Auf unserer Trauer
balanciert bleileichter 
Frühlingsregen 
schon gestern gefror 
der Angst kalter Atem

blinde Augen am Schluss 
wird auch die letzte Klangfarbe 
noch still vergehen

22.05.17

BITTERNIS


Im Herzen herrscht
der Rhythmus

alter Elegien
während wolken-

schnell

der Klage Bitternis
mundwärts steigt

21.05.17

ENTDECKUNG


Wenn dunkle Mitternacht
unter Vollmonden schwebt
wird der Weltenraum weiter
und ich entdecke 
mit traumklarem Auge
in toten Winkeln Elegien

19.05.17

LETZTE STIMMEN


Während Worten 
Flügel wachsen 
legt sich Blei 
auf unsere Zungen
während endlos Pupillen
fallen erheben sich 

letzte Stimmen
ein erstes Mal

07.05.17

LICHTBLICK


Am Ende unserer Wege
ist kein Ausweg am 
Ende der Eiszeit streifen 
nur müde Lichtblicke 
tote Horizonte

10.04.17

ABGRUND


Wir decken nunmehr
unsere Wunden mit
Phrasen zu

doch in unsere
Totenschädel
bohren Blicke weiterhin
abgrundtiefe Löcher

07.04.17

ALPTRAUM II


Auf unserem
Geduldsfaden 

balanciert blei-
leichte Leere

auf unseren Luft-
wegen wandelt

unser aller Tod
auf dem Boden der

Tatsachen träumt
unser Alptraum

03.04.17

AUSGEBRANNT


Noch den Atem
der Endzeit einfangen
die Glut unserer
Sprache schüren

noch die Augen im
Strom der Zeit
waschen damit 
auch das allerletzte Bild
endlich verblasst
ZWIEGESPRÄCH


Ich bin ein dummes Kind
ich wusste das schon
wenn Anfangslaute gleich sind…
…nennt man es Alliteration

danke und wie heißt…
oh ich bin ja so dumm
…das nenne ich meist
die größte Untertreibung

31.03.17

ZUVERSICHT


Heute schwirren 
Migränen umher
heute schweben in 
heißer Luft Schmerzen
heute fliegen Krach 
und Dreck über
den Dickschädeln
heute wird es
von früh bis spät
wie gestern sein

30.03.17


Der Mond 
fliegt durch

die Kammern 
der Herzen

wir ziehen 
Stiefel aus

um endlich 
nackten Fußes

durch Asche 
zu waten

29.03.17

RÜCKZUG


Von Stille 
bedrängt
ziehe ich mich 
ins Leben 
zurück
in den Schutz
unserer Hektik

21.03.17

HOSPIZ II


Wer hier liegt ertrinkt
seine Hoffnung im Weiß
stiller Zimmer
wer hier liegt hängt
am Tropf dunkler Ängste
wer hier liegt vergisst
sein Leben -
und erinnert Alpträume
allerletzter Nächte

12.03.17

BETRACHTUNG


Worte werden Bilder
und Bilder
unsere Spiegel
im Spiegel
vollzieht sich
der Wandel
unserer Welt

05.03.17

WOHLSTANDSTANGO


Der Lärm 
der Gegenwart 
verschließt uns 
Augen und Herz
wir lallen uns ein
und streicheln das Ego
wir riechen nur 
unseren Stallgeruch
wir bleiben 
die Ohrenzeugen 
unserer Endzeit

27.02.17

TRANCE


Träume schlaf-
wandeln heut Nacht
ihre Ängste werden
zu kalten Wind-
schatten
nur diese Toten-
stille könnte sie
jetzt noch auf-
wecken

24.02.17

INSPIRATION


Die Worte sind 
entfesselt jetzt 
und schenken
der Freiheit
Luft und Raum

Träume verlieren
ihre letzten Grenzen
und hauchen
der Freiheit Kraft
und Leben ein

21.02.17

TRENNUNG


Nunmehr sind wir
und unser Wort-
schatz getrennt
Ausgangs- und End-
punkt ist unser
letzter Schluss-
strich geblieben

20.02.17

WANDEL


Die Erinnerungs-
bilder wandeln 
sich zu Träumen
die Gegenwart
schwebt in asch-
fahler Abend-
blässe

18.02.17

WINDSTILLE


Kein Wind gibt uns 
Hoffnung auf Flügel
das Gefühl
von Leichtigkeit

die Erwartungen 
berühren Wolken
während Mensch
und Zeit stillstehen

15.02.17

MIGRÄNE


Der Regen 
fällt auf keine Stirn
um Schmerz 
endlich zu lindern
nur in Träumen 
weht ein
frischer Wind
nur im Schlaf
bleiben der Gedanken 
Schatten übrig

12.02.17

ALPTRAUM I


Erinnerungen
verkommen
zu Zerr-

bildern bald
in meinen
Träumen taucht
mit nie
geahnter Toten-
blässe
dein Gesicht
ENTTÄUSCHUNG


Eine Dekoration 
zum Augen-
ausstechen
und ein helles 
Frauen-

lachen wie 
ein Ersticken -
uns Beiden eilt
niemand
zu Hilfe

08.02.17

TAGTRAUM I


Keine Farbe löst 
die Starre der 
Dinge
kein Toten-

tanz schafft in 
diesem Still-
lebenmoment 
Bewegung

07.02.17

STILLSTAND


Alles bleibt 
an seinem Platz
als wäre 
vom Sturm-
wind nichts berührt

alles bleibt auf 
grauer Erde 
fest wie ein Stein
als wäre Medusa
unsere Zeit

06.02.17

VERWANDLUNG


Über allen Ab-
wegen kreisen
greifvögelgleich
dunkle Poesien

die kurzen Still-
stände der Herzen
geben Todes-
ängsten Flügel

05.02.17

03.02.17

ABENDSTILLE


Auf Straßen rauscht
die bleiche Leere
in dieser Januarluft 
liegt keine Poesie
zwischen Hier und Jetzt
bleibt für kalte Lange-
weile Raum

02.02.17

TAGESANFANG


Morgens dauert das An-
ziehen lang
morgens wird man zum
Flamingo kurz

morgens fällt alles
besonders schwer
weil aller An-
fang schwer ist

28.01.17

LEICHTIGKEIT


Leichter Druck auf 
den Augen
ein leichtes Herz
in der Brust
und im Morgen-
wind wiegen sich die 
leichtesten Klänge

25.01.17

ABSCHIED III


Täglich verstreuen wir 
die Asche unserer Hoffnung
täglich erblinden wir 

fast weil am Himmel sich
die stillen Tänzer
wieder verabschieden

23.01.17

VERHÄNGNIS II


Der Trauervogel
schwingt durch
meine schwarz-

weißen Träume
ich bin nirgend-
wo vor ihm sicher

nirgendwo spendet
ein Feuer mir
Wärme und Licht

01.01.17

SATTHEIT


Nackte Knochen liegen
auf unseren Tellern
die satte Leere atmet
das Schweigen

unsere Lippen sind nun-
mehr versiegelt
wie nach Morgen-
grauen der Traum