26.02.20

ALLTAG XI


Ach!
Eine kühle Woge
der Hinterhältigkeit
schwappt
immer
und immer wieder
von Gesicht
zu Gesicht.

Wer Dich nicht
immer
und immer wieder
mit einem Lächeln
auf den Lippen
beleidigt,

beleidigt Dich
ohne Lächeln
auf den Lippen.
STILLSTAND III


Ach!
Die Träume 
stehen in der langen,
langen Milchstraße
im Stau!

Wir denken
und denken
und verlieren uns 
in Wort
und Tat.

Da die Träume
niemals
zu uns
auf die Erde 
finden.

25.02.20

DILEMMA XII


Wer dem Einen
NIEMALS
sein Spiel verdirbt,
verdirbt 
dem Anderen
seinen Spaß

und wer dem Einen
oder dem Anderen
NIEMALS
seinen Spaß
oder sein Spiel
verdirbt,

verdirbt Hinz
und Kunz
die Laune.
VERSTELLUNG


HIER bin ich 
nur ein Gastgeber.
HIER bin ich 
nur ein Gast.
HIER bin ich 
nur bei der Familie.
HIER bin ich 
nur bei Freunden.

HIER
bin ich nur ich
und HIER -
HIER bin ich 
ein Fähnchen
im Wind.

24.02.20

TAG-
TRAUM


Wer nicht 
an meinen Nerven
sägt,
sägt am Ast
des Baumes
der Erkenntnis,
auf dem ich 
sitze

und wer nicht
am Ast
des Baumes
der Erkenntnis,
auf dem ich 
sitze,
sägt,

stiehlt Tag
für Tag
Frucht
für Frucht.
FLÜCHTIGE
ERINNERUNG


Während
- kurz -
der Asphalt
und der Ängste
Stimmbänder
vibrieren,
erinnere ich
- kurz -
die Lichter
großer Autos
an der Decke
des Zimmers.
LOB DER
ENGSTIRNIGKEIT


Ich mach‘ ALLES,
ALLES so,
wie ich es gelernt
und schon immer
gemacht
habe!

Ich mach‘ ALLES,
ALLES so,
wie es wohl ALLE,
ALLE Anderen
vor mir gemacht
haben
und nach mir
machen 
werden!
VERMUTUNG


Wer nicht JETZT
seine Zähne putzt,
putzt JETZT seine Brille

und wer nicht JETZT
seine Brille putzt,
putzt JETZT seine Fenster

und wer nicht JETZT
seine Zähne
oder seine Brille

oder Fenster putzt,
putzt JETZT
seine Schuhe.

22.02.20

ZERRISSENHEIT I


Wer nicht - hin
und wieder - hin-
und herüberlegt,
bleibt - hin
und wieder - hin-
und hergerissen
und wer nicht - hin
und wieder - hin-
und hergerissen ist,
bleibt vom Hin
und Wieder
völlig hin
und weg.

20.02.20

TRAUM


HIER
und DORT
flüstern AB
und ZU
von DANN
und WANN,
als FÜR
und WIDER,
ohne WENN
und ABER,
in Träumen
versanken.

- FREUDENTANZ -

IGNORANZ III


Wer weiß was JETZT
geschieht?
Wer weiß, 
ob ein Alkoholiker
JETZT zur Flasche
und ein depressiver Mensch,
um einen Abschiedsbrief
zu verfassen,
JETZT zu Stift
und Papier greift?

Wer weiß was JETZT
geschieht
und wer -
wer will es wissen?
TRISTESSE II


Ach!
Oft passiert
an nur einem Tag
unendlich viel...

und noch öfter sitzt man 
mit müden Menschen
zusammen
und schweigt...

als wäre gar nichts
geschehen!

19.02.20

REFLEXION III


Wie oft 
und wie lang
zweifelt
ein Anderer?

Vielleicht 
kürzer 
und öfter

als der Schlag
eines Lides!

18.02.20

ERKENNTNIS
XIV

So wie 
das WIEDER
für NICHTS
und wieder 
NICHTS ist,

ist auch 
das NICHTS
für NICHTS
und wieder 
NICHTS !!!
ERNÜCHTERUNG


ACH! Alltag lehrt
Unbelehrbarkeit!

ACH! Aller Tunnel 
fernes Ende blendet,
wie der Anfang,

den Anfang
und das Ende 
grell.

16.02.20

ANGST-
TRAUM


Ach! Ängste
multiplizieren
- Tag
für Tag -
Trillionen 
Träume
mit Trillionen
Träumen

und Trillionen
Träume
verdoppeln 
- Tag
für Tag -
Trillionen
Ängste.
ERKENNTNIS XIII


Das Hoffen
bangt ums Bangen
und das Bangen
hofft 
aufs Hoffen

und Hoffen
und Bangen 
schöpfen

aus den Räumen
großer Leere
unsere Welt.
ERINNERUNG V


Denkst Du 
an die Menschen...
denke schnell
an ein Bild
oder Gedicht!
Denkst Du
an ein Bild
oder Gedicht...
erinnerst Du Dich
an das Gute
im Menschen
schnell!

13.02.20

FLÜCHTIGER
MONOLOG II


Ach! 
Die Welt nährt
der Menschlein
kleine Komplexe
und dort -

dort die Wolken,
die den Kathedralen
der fernen Länder
gleichen,

ziehen Richtung
Wunschtraum
heute.

11.02.20

GEPLAPPER


Die Furcht 
plappert alles,

alles froh 
der Angst nach,

die alles,
alles froh

Papagei Panik
nachplappert.
ERKENNTNIS XII


Wer beim Betrachten
Deines Bildes nicht denkt:
„Das kann ich auch!“,
beneidet Dich,
statt um Dein Talent,
um Deine Freizeit
und wer beim Betrachten
Deines Bildes Dich bittet:
„Ich verstehe es nicht!
Erkläre es mir mal!“,
möchte es gar nicht
wissen!

10.02.20

REFLEXION II


Wer sich nicht taff
zum Gaffen aufrafft,

den rafft noch 
die Raffgier dahin

und wen nicht
das Gaffen dahinrafft,

rafft sich noch taff
zur Raffgier auf.
SCHERBEN-
WELT


Wem nicht 
der Kopf zerbricht,
dem zerbricht das Herz.
Wem nicht
das Herz zerbricht,
dem zerbrechen, 
Tag
für Tag, 
Traum
für Traum.
TRAGIK 
DES LEBENS II


Die die sich Gedanken
machen müssten,
denken gar nicht 
nach
und die die sich 
keine Gedanken
machen müssten,
denken viel
zu viel!

09.02.20

- EISVULKAN -


VERSPRECHER
TRAUM II

Letzte Nacht habe ich geträumt, dass ein kleines Kind, statt vom AUSBRUCH eines Vulkans, vom EINBRUCH in einen Vulkan spricht. 

Ich habe mir plötzlich einen Ätna, aus dem unvermittelt grellrote Lava ausbricht, mit einer großen grellroten Tür, vorgestellt. Auf einmal tauchten dann, aus dem Nichts, viele, viele Menschen auf und zerstörten mit lautem Hauruck mit einem Rammbock die große grellrote Vulkantür. Die Menschen versteckten sich schnell. Die rote Welt versank im reißenden Lavastrom. 

Alle suchten im Vulkan Schutz vor dem Vulkan. Die ganze Menschheit war aus Angst verrückt geworden!

06.02.20

ALLTAGS-
KRAWALL
FASSUNG II


der Satz ruft
und ruft: PUNKT

der Anfang ruft
und ruft: ENDE

und Ende ruft
und ruft: ANFANG

und Punkt ruft
und ruft:

SATZ SATZ
SATZ
ALLTAGS-
KRAWALL
FASSUNG I


der Satz ruft
nach Punkt
der Anfang ruft
nach Ende
und Ende ruft
nach Anfang
und Punkt ruft
und ruft
kläglich
nach Satz

05.02.20

ALLTAG IX


Wie geht es Dir?
- Ach! Liebe Grüße
und auf Wiedersehen
und so weiter.

Was machst Du?
- Ach! Schöne Grüße
und Tschüss!

Blabla. - Haha. -
Und so weiter
und so fort.
SELBST-
ÜBERSCHÄTZUNG


Die Anderen
maßen sich
ein Urteil über Dich an
und interessieren sich
gar nicht für Dich.

Die Anderen
urteilen
über die Anderen,
nur um sich selbst
zu beweisen,

dass sie die Leute
einschätzen
können!

04.02.20

TRAGIK
DES LEBENS I


Entweder
reden die Leute
gar nicht miteinander,
oder sie reden
aneinander vorbei.

Entweder
ist dem Einen
der Andere egal,
oder dem Anderen
ist der Eine egal.

03.02.20

- WASSERHOSEN -

REFLEXION I


Wer nicht durch
und durch 
durcheinander ist,
denkt nach
und nach
nach

und wer nicht
von Zeit
zu Zeit Zeit
und Muße
hat,

langweilt sich
und alle
zu Tode.
SELBSTPORTRÄT


Ich krame in den Wunden
nach Worten.

Ich reiße das große Gefühl
der Zerrissenheit 
entzwei

und rede mit Gott
und der Welt über Gott
und die Welt.
VERZWEIFLUNG IV


Es gelingt mir traurig zu sein
und traurig zu bleiben.
Es gelingt mir auch
an der Traurigkeit Tag
für Tag 
zu verzweifeln.

Es gelingt mir zu urteilen
und zu verurteilen
und auch mich
und alle Anderen
zum Verurteiltsein
verurteilt zu sein
anzusehen.
RESIGNATION X


Wenn ich gehen will,
brechen die Klinken
von den Türen.

Wenn ich gehen will,
brechen Gestern
und Vorgestern
ihr Schweigen.
MONOLOG XV


Wir wandern
und wandern,
verwirrt
verirrt,
durch der Sinne
dichte Nebel.

Wir reden nicht!
Nein! -
Nein! Wir flüstern
und flüstern,
zwischen Hier
und Jetzt,

von Jetzt
und Hier.

01.02.20

TRAUM I

Ein Fahrrad schleift einen langen Holzsarg mit. Das Schleifgeräusch ist schrill. 

Ich denke nichts. Ich sehe gedankenlos das immer kleiner und kleiner werdende Fahrrad mit dem langen Holzsarg hinterher, bis es endlich still wird.
RECHT-
FERTIGUNG


Alle tun und sagen,
was sie wollen.
Alle denken,
dass sie nur ehrlich wären
oder nur ein Späßchen
machen würden.

Alle sind böse -
und denken sich
nichts Böses dabei.