03.11.15

BALLADE VON DEN 
SCHICKSALSGÖTTINNEN


1

Da wir um den Todesaugenblick wissen,
Den Teppich des Schicksals weben,
Haben wir Menschen in Hades gerissen,
Die einst auf der Erde lebten.
Von Krankheit und Leid umgeben,
Lebt der Mensch wohl nur kurze Zeit,
Muss sich seinem Schicksal ergeben
Und hat sich davon nie recht befreit.

Wir wissen um das Werden und Vergehen.
Um des Menschen Todesaugenblick.
Wir können in die Zukunft sehen
Und weben mit unbesonnstem Geschick!
All die Menschen fühlen sich verloren!
Niemand kann sich vom Schicksal befrei’n.
Es werden auch immer Neue geboren
Und so wird es wohl auch immer sein!

2

Die Seelen schwimmen im großen Meer.
Sie werden alle hin- und hergetrieben
Und irren im dunklen Hades umher
Und finden keinen Frieden.
Sie schreien wie die alten Weiber.
Man hört ewig ihre Schreie Widerhall.
Doch wir weben immer fleißig weiter.
Denn Menschen sterben überall.

Da wir um den Todesaugenblick wissen,
Den Teppich des Schicksals weben,
Haben wir Menschen in Hades gerissen,
Die einst auf der Erde lebten.
Sie leben nun hier in ewiger Qual
Und ihre Seelen werden immer schreien.
Sie vermögen sich wohl vom Schicksal
Alle niemals recht befreien!

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