22.04.16

ELEGIE DER SPIEßER


Wir reden viel von Mord und Tod,
von dem, was eben täglich passiert
und dabei wird das trockne Brot
und trockne Brötchen froh geschmiert.

Wir trinken viel Orangensaft
und treffen uns schon Mittag wieder.
Dann wird geredet und gelacht.
Dies Leben bleibt so fad und bieder.

Wir reden viel. Die Welt ist fern
und ist und bleibt für uns abstrakt.
Wir kommen vom ganz andren Stern
und bleiben völlig dumm und nackt.

Wir reden viel. Wir essen dabei.
Mitunter ist es uns auch schlecht.
Doch Gott sei Dank geht’s wieder vorbei.
Doch andre bleiben ungerecht!

Wir reden viel von Mord und Tod.
Wir wollen Armut froh benennen.
Wir reden weiterhin von Not,
als Blinde, die sie gar nicht kennen.

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