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02.02.22

NACHTGEDANKE


Unter all den tausend Sternen
tanzen tausend Lügen,
die von allen Menschen lernen,
all die Menschen recht zu lieben.

07.11.21

NOVEMBER-
NACHMITTAG


In allen Häusern brennt
das letzte kleine Licht
und wer Dich kennt, der kennt
wohl die Bewohner nicht.

Der Wind tanzt um die Föhren
und träumt so lang er will.
Kein Schritt ist mehr zu hören.
Es wird so still. So still.

Die schöne Stadt ist fremd,
wie ein vergess‘ner Traum
und wer Dich kennt, der kennt
wohl Deine Wege kaum.

14.05.21

NACHTGEDANKEN


das weiße 
papier blendet 
heller als der weiße 
himmel 

und des 
doktors weiße 
zähne blenden 
heller als das weiße 
papier

und meines neuen
zimmers weiße
wände blenden 
heller als des 
doktors weiße 
zähne 

in der nacht

18.12.20

DEZEMBERNACHT


Der Sterne Strahlen 
sind fast ein Raster
und Jahreszahlen
erscheinen blass
und blasser.

Des Äthers Schwärze
entsteigt den Seelen,
will Licht der Kerze
und Lieb‘ und Hass
für ewig stehlen.

15.11.20

STURMNACHT


Der Himmel harrt
und hurt
mit Sturm
und Regen rum

und Träume ebnen
den Nachtgeräuschen

einsame Wege.

15.08.20

ALLTAGS- 
SÜNDE 


Zwischen 
den Zähnen 
steckt das Essen 
vor dem Essen 

und zwischen 
dem Traum 
und dem Erwachen 
blitzt 

eine Nanosekunde 
Besinnung 
auf!

08.08.20

NACHT-
HITZE


Sommer 
glühen
ätherschwer 
im Aschenest!

Träume 
widern
noch mehr

als Schweiß
in der Nacht
an!

21.07.20

NACHT- 
FANTASIE


Hörst Du, 
als würden Zehnlinge 
geboren, 
das Geschrei? 

Hörst Du 
wie im Streit die Türen 
zugeworfen werden 
und der Nachbarn 
Todesgestöhn? 

Du hörst es nicht? 
Dank Ohropacks
höre ich es
auch nicht mehr!

22.04.20

NACHT-
GEDANKEN


Bald sperre ich die Zeiten
und ihre Nöte aus
und werd‘ in meinem Haus
bis zu dem Sterben bleiben!

Bald sperre ich den Scherz
und bald die Witze fort
und such‘ des Dichters Wort 
für meine Seele Herz!

22.03.20

GROßSTADT-
SEHNSUCHT


Auf einmal 
werden helle Häuser
und helle Straßen
LANGSAM
des Meeres „Nacht“
dunkle Treibgüter.

Auf einmal 
sehne ich
LANGSAM
das Erwachen
tiefen Schlafes
herbei.

24.02.20

FLÜCHTIGE
ERINNERUNG


Während
- kurz -
der Asphalt
und der Ängste
Stimmbänder
vibrieren,
erinnere ich
- kurz -
die Lichter
großer Autos
an der Decke
des Zimmers.

17.10.19

GEHEIMNIS V


Während 
der Mond Stunde
für Stunde Vers
für Vers blendet,
stillt die Stille
der alten Straßen
und alten Häuser
der alten Stadt,
der alten Träumer
alte Neugierde.

13.02.19

MONOLOG IX


Ich würd' mich nur,
wenn ich wild
schreien würde,
erschrecken.
Doch bliebe ich 
wie alle Tage still,
wär' jeder Tag
ewige Nacht.

07.02.19

ABENDFANTASIE


Ein Träumer schrie
im dichten Dickicht
laut um Hilfe.
Doch nur das Echo
anderer Träumer
helle Hilferufe

drang 
durch des Dichters
dichten Dickichts
dunklen Dunst.

22.01.19

ERKENNTNIS VIII


Solange
das Schweigen
der Menschen
nur Beklemmung 
auslöst,
als würde der Raum 
der stillen Welt
immer kleiner 
und kleiner,

werden alle Tage
und Nächte 
unaufhörlich
immer länger
und länger.

13.12.18

KREISLAUF II


Wir warten
und warten,
von Träumen
der Nacht
verwirrt
und erschöpft,

dass uns wieder
und wieder
unser Sinn
und Unsinn
des Lebens
ermüden.

06.11.18

LETHARGIE IV


Während der Tag
und die Nacht still
und dunkel bleiben
und Frau Furcht
und Herr Angst
über das Parkett
der bunten Welt
der Gefühle
schweben
verglühen
irgendwie
irgendwo
unbemerkt
eines Menschen
letzte Geistesblitze

04.11.18

ALPTRAUM VIII


Die Kissen bleiben härter
als Steine auf den Wegen.
Wir fallen an den Tagen
und auch an dunklen Nächten
von einem dunklen Alptraum
in einen Andren.
Da an dem langen Abend
kein noch so langes Leben
den lebensmüden Menschen
argloses Träumen lehrt.

18.10.18

ZWIESPALT III


Die Sehnsucht
nach dem Tod
und Leben
färbt Tag
und Nacht 
die Nacht
und den Tag
nur Schwarz
und Weiß

15.10.18

ERWACHEN IV


Wenn ich mich Tag
für Tag am Abend
in aller Ruhe
zur Ruhe begebe
erwachen
im Inneren Blitz
und Donner

und wenn ich Tag 
für Tag am Morgen
innerlich
zur Ruhe komme 
erwachen
der Gedanken
wilde Stürme