Posts mit dem Label Zwölfzeiler werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zwölfzeiler werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

09.03.20

DILEMMA XIII


Wenn ich gestern
nicht gestorben bin,
liege ich heute noch
im Sterben
und wenn ich heute
nicht gestorben bin,
liege ich morgen noch
im Sterben
und wenn ich morgen
nicht gestorben bin,
liege ich übermorgen
am Strand.

24.02.20

FLÜCHTIGE
ERINNERUNG


Während
- kurz -
der Asphalt
und der Ängste
Stimmbänder
vibrieren,
erinnere ich
- kurz -
die Lichter
großer Autos
an der Decke
des Zimmers.

20.02.20

TRAUM


HIER
und DORT
flüstern AB
und ZU
von DANN
und WANN,
als FÜR
und WIDER,
ohne WENN
und ABER,
in Träumen
versanken.

16.02.20

ERINNERUNG V


Denkst Du 
an die Menschen...
denke schnell
an ein Bild
oder Gedicht!
Denkst Du
an ein Bild
oder Gedicht...
erinnerst Du Dich
an das Gute
im Menschen
schnell!

11.02.20

ERKENNTNIS XII


Wer beim Betrachten
Deines Bildes nicht denkt:
„Das kann ich auch!“,
beneidet Dich,
statt um Dein Talent,
um Deine Freizeit
und wer beim Betrachten
Deines Bildes Dich bittet:
„Ich verstehe es nicht!
Erkläre es mir mal!“,
möchte es gar nicht
wissen!

20.05.19

SONNTAG-
NACHMITTAG


Die Schläfen
werden härter
als die Brust
und Flammen
vollführen
einen Stepptanz
auf der Stirn

und - und das Blut
flüstert Tag
und Nacht
unermüdlich
Elegien.

20.02.19

RESIGNATION VII


Wir möchten 
immer nur reden,
reden 
und reden.
Doch wir erkennen,
das Reden 
gar nichts ändert
und das auch 
das blöde Gerede,
dass das Reden 
nichts ändern würde,
gar nichts ändert.

10.01.19

SCHOCK-
STARRE


Aller Tage
bleiches Ende
kehrt 
in das Innere
der Außenwelt.
Aller Seelen
dichte Nebel
strömen Tag
und Nacht 
aus aller Leute
starrer Münder
und Augen.

29.10.18

LEBEN I


Während
zwischen 
dem Blabla
und Haha
nur zwei
oder drei
Sekunden
vergehen
trennt
das Hallo
und Tschüß
ein Leben

28.10.18

TROST


Während Du
ins Leere siehst
und Ich
in die Luft sehe
bleiben
die langen
langen Träume
des kurzen Tages
von des Lebens
bitterem Sinn
und Ernst
verschont

16.10.18

RESIGNATION VI


Die Einen
schweigen.
Als würden sie sich
von dem Verstehen
und Verstandensein
nichts mehr
erhoffen.
Die Anderen
gehen weg.
Als würden sie
die Hoffnung
fürchten.

03.10.18

MONOLOG VI


Ach was belebt
den Menschen
wenn der Sinn
seines Lebens
stumpfer noch
als das Schwert
des Damokles‘
werden wird
und was –
was passiert
wenn nichts
geschieht

20.09.18

BEOBACHTUNG III


Er ergibt sich
wie seinem 
Schicksal
seinen Gefühlen
und lässt Tag
und Nacht 
sein Tun
und Lassen
von seiner
Stimmung
schrillen Stimme
diktieren
LETHARGIE III


Während 
des Windes 
lautem Geheul
von des Tages 
blauem Ende
Abstand 
nimmt
nähert sich 
die Stille 
niemals 
dem Ende
des Tages

03.08.18

ILLUSION II


Weil jede Nacht
und jeden Tag
alle Grenzen
einer Illusion 
gleichen
forschen wir Tag
und Nacht
unermüdlich
nach einem Hauch
eines Ansatzes
eines Gefühls
von Freiheit

16.04.18

BEOBACHTUNG II


Nie habe ich 
anderswo
wenn Menschen
wie die Kopien
von Standbildern
im Leben stehen
als hier
und jetzt gestanden
und von Nähe
und Ferne jetzt
und hier
geträumt

11.11.17

GEHEIMNIS I


Wann fragt jemand
wann das Fragen
endlich endet 
wann das Ende 
endlich anfängt 
unser Anfang 
endlich aufhört 
alle Rätsel 
ihre Augen
und Geheimnis
seine Ohren
erinnern

19.10.17

VERWIRRUNG II


Während 
aus Tränen 
nur die Augen 
und anderswo 
nur die Köpfe 
rollen 
und aus Tag Nacht
und Nacht Tag
und anderswo
nur Mittag wird
geht er verwirrt
ins Bett

23.09.17

OBSESSION


Tag und Nacht liegt 
auf aller Bleizunge
das bittere Gift
eines Traumes
von keiner Stille 
und nichts
und niemandem 
lasse ich Nacht 
und Tag 
mir Wort
und Bild
verbieten

03.02.17

ABEND-
TRISTESSE


In der Luft
des alten Januars
jungen Abends
tanzt kein Hauch
von Endlichkeit
denn zwischen 
der Nacht
und dem Tag ist 
und bleibt 
zum Erinnern
und Vergessen
Raum