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12.06.21

SEELENQUAL
FÜR J.D.


Durch die spröde Mauer
all der ziegelroten Wolken,
schlüpfen Schmerz und Trauer,
um uns ewig zu verfolgen.

Eine sanfte Seelenqual
reift in jedes Menschen Kind
und des Traumes Welt ist kahl,
wie‘s oft nur die Bäume sind.

Durch die spröde Wolkenmauer
fällt ein sonnenheller Regen
und die Menschen werden grauer,
als ihr ewig graues Leben.

04.05.21

DEPRESSION


Der Traum ist ferner als der Schlaf
und stürmisch ist der Tränen Fluss.
Ich denk‘, was man nicht denken darf
und mach‘, was man wohl machen muss.

Ich weiß nicht, wer ich wirklich bin.
Ich gehör‘ zu des Tages Dieben.
Die Monde schwimmen her und hin
und keine Seele findet Frieden.

19.01.21

GEHEIMNIS


Mich
erinnern
die Flüsse 
der Tränen
auf deinen Wangen,
an die feinen Adern,
durch die dein Blut
fließt,

und mich 
erinnert
der flache Tränenfluss,

an aller Gedanken
geheime Tiefe.

02.01.21

LEBEN XI


Du hast
mehr Augen
am Kopf,
als Vögel
am Himmel
sind.

Du hast
mehr Tränen
vergossen,
als ich
im Leben
Träume
geträumt
habe.

25.12.20

RESIGNATION


Wer
alles ablehnt,
lehnt sich auch 
gegen alles auf
und wer sich 
auflehnt,

lehnt sich weit
aus dem Fenster
und wer sich
aus dem Fenster 
lehnt,

fällt 
auf
die
Fresse.

06.08.20

LEBENSLAUF


Du lebtest nur 
für Dich
und Du hast Dir
niemals 
ausgereicht.

Du lerntest 
einen Anderen 
kennen
und lebtest für Dich
und den Anderen.

Doch für Dich
und den Anderen 
zu leben,
war Dir niemals
genug.

05.07.20

LEBENSDRAMA


Es bleibt der Ort Kulisse
und Wahrheit nur ein Schein
und trotz traumschöner Küsse
ist Menschlein bitter allein.

Der Schmerz bleibt fades Fühlen
und Freude nur Illusion
und zwischen allen Stühlen
steht uns'res Todes Thron.

30.06.20

NACHT-
BEGINN


Unseres Tages 
nebeldickes Licht 
vereinsamt
still.

Das Augenweiß
blendet
die Träne!

27.05.20

TRAUERORGIE


Die inn’re Leere würgt
der Finstermänner Knochen.
Das dunkle Heute schlürft
die Stunden letzter Wochen.

Das dunkle Gestern trinkt
der letzten Wochen Stunden.
Der Trauer Träne sinkt
in die kusskleinen Wunden.

03.05.20

VOR-AHNUNG


Heute
flossen die Tränen
und morgen fließt, Tropfen
für Tropfen,
rot-wein-rotes Blut
und über-morgen 
fließen rot-wein-rotes Blut
und die Tränen

und über-über-morgen 
fließen das Heute
und Gestern
in weiß-wein-weiße Winter
fort!

08.03.20

FATALISMUS


So wie 
wir nun mal sind,
wie wir sind,
bleibt ALLES,
ALLES nun mal so,
wie es ist

und so wie
nun mal ALLES,
ALLES bleibt,
wie es ist,
bleibt ALLES,
ALLES,
wie wir,
egal.

03.02.20

VERZWEIFLUNG IV


Es gelingt mir 
traurig zu sein
und auch traurig 
zu bleiben
und es gelingt mir
an der Traurigkeit
- Tag
für Tag -
zu verzweifeln.

Es gelingt mir 
zu urteilen
und auch
zu verurteilen,
weil ich
und alle Anderen
zum Verurteiltwerden
verurteilt
bleiben.

26.01.20

NACHT-
GEDANKEN


Alle kommen,
sagen was
und gehen

und kommen
und sagen was
und gehen

und ihre Worte
bleiben
und bleiben

und rauben
den Schlaf
und Verstand.

25.03.19

WELTEKEL


Nein! Diese Welt 
ist nicht meine Welt.
Entweder dreschen alle
ihre Phrasen
oder es herrscht,
als wär‘ man hier
der letzte Mensch,
nur noch Stille.

Nein! Diese Welt 
wird für mich
niemals
eine Heimat sein!

04.11.18

ALPTRAUM VIII


Die Kissen bleiben härter
als Steine auf den Wegen.
Wir fallen an den Tagen
und auch an dunklen Nächten
von einem dunklen Alptraum
in einen Andren.
Da an dem langen Abend
kein noch so langes Leben
den lebensmüden Menschen
argloses Träumen lehrt.

18.10.18

ZWIESPALT III


Die Sehnsucht
nach dem Tod
und Leben
färbt Tag
und Nacht 
die Nacht
und den Tag
nur Schwarz
und Weiß

16.09.18

ALLTAGS-
HORROR


Hier 
und dort 
hageln Blut
und Schweiß
und dort
und hier
blitzen 
in aller Augen
totem Winkel
die Tränen

17.06.18

ALPTRAUM VI


Weil ihr Geheimnisse
nur drei- oder zwei- 
oder einsilbig flüstert
blenden eurer Augen
strahlendes Weiß
allmitternächtlich
zum dritt- zweit-
oder allerletzten Mal
der letzten Gefühle
letzte Welt

14.04.18

RESIGNATION V


Wenn der Himmel 
den Abgrund 
in uns allen spiegelt 
spricht das Leben 
eine andere Sprache

spricht der Tod 
in uns allen in Rätseln 
und nur eine Vokabel 
und nur ein Hauch 
Garnichts 

bleibt für dich 
und mich das Wort: 
Ausweg

31.03.18

VERLUST IV


Immerzu
geht der Schmerz
unsrer Welt
von dem Hier 
zu dem Jetzt
und dem Jetzt
zu dem Hier 

und verliert
für den Ort
und die Zeit
immerzu
das Gefühl