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29.03.22

DUSCHGEDANKEN
einem Witwer gewidmet


Das Wasser bleibt so kalt
und auch die Luft ist kühl.
Ich denk‘: Ich werde alt
und verlier‘ Hirn und Halt
und grüble oft und viel.

Die Fliesen sind so weiß,
wie Zähne wilder Weiber.
Doch ich bin nur ein Greis,
der nichts von Leben weiß
und lebe einsam weiter.

25.01.21

MORGENGEDANKEN


Des Lebens stille Momente
vertreiben auch den sechsten Sinn.
Doch eine farbenfrohe Fremde,
verspricht ein schnelles Ende
vom Tages trägen Beginn.

Dort wird der Träume Schwarzweiß
zu einer wahren Farbenpracht.
Dort ist es kühl und niemals heiß.
Dort ist es laut und niemals leis‘.
Dort ist der freien Geister Stadt.

15.04.20

MORGEN-
SEHNSUCHT


Wie gern‘ würde ich
dieses Fenster öffnen
und mit frischer Freude
frische Luft atmen
und wie würde ich gern‘
dieses Fenster öffnen
und mit großem Strahl
auf die Straße kotzen!

07.04.20

MITTAGS-
GEDANKEN


Ach! 
Du wirst,
zwischen der Tür
und der Angel,
verhöhnt
und verspottet

und träumst
sorglose Sekunden,
zwischen Morgen
und Abend,

von des Aufbruchs
frohen Stimmung.

22.03.20

GROßSTADT-
SEHNSUCHT


Auf einmal 
werden helle Häuser
und helle Straßen
LANGSAM
des Meeres „Nacht“
dunkle Treibgüter.

Auf einmal 
sehne ich
LANGSAM
das Erwachen
tiefen Schlafes
herbei.

23.10.19

ABSCHIED VI


Von allen Musen
und guten Geistern
verlassen,

reiten wir Tag
und Nacht 
auf des Lichtes
und Schattens
breiten Rücken.

Von allem Wissen
und Gewissen
verlassen,
reiten wir weg
und fort.

16.11.18

KONFUSION


Während
in jedem Augenblick
die Worte Hier 
und Jetzt
durch die Tiefen 

der Wälder
und Fluren
der Seele geistern,

hallt in roter Ferne
unseres Fernwehs
stummer Schrei.

18.10.18

ZWIESPALT III


Die Sehnsucht
nach dem Tod
und Leben
färbt Tag
und Nacht 
die Nacht
und den Tag
nur Schwarz
und Weiß

31.01.18

GEHEIMNIS III


Was ich vermisse
während die Sonne 
Einsamkeit alles 
alles blendet 
bleibt was ich 
wie ein Geheimnis 
hüte und fürchte: 
die Welt

21.11.16

HOFFNUNG II


Mein Herzschlag
soll für dich 
allein Applaus 
und mein Schatten
für dich 
allein Bühne 
werden

19.09.16

EINSAMKEIT I


An einem stillen Tag
im Monat August
finden die Obstmaden 
ein neues Zuhause 
und ich 
nur eine alte Heimat 
deren gute Seele 
ungezählte Tage 
und Wochen fehlt

15.08.16

RESIGNATION I


Diese Leere 
in der Welt 
breitet sich 
wie eines Waldes
großer Brand aus

während die Wolke
am Himmel
sehnsuchtsgleich
ins Ungewisse
strebt

10.06.16

SCHNEEREGEN


Ach! Es schneit schon vierundzwanzig Stunden!
Überall liegt Schnee! Es schneit und schneit!
Unterm nächsten Dach der Dunkelheit
ist das Wetter endlich überwunden!

Wenn nur noch ein bisschen Zeit verrinnt,
haben Regen und der Schnee ein Ende!
Aber vielleicht löschen sie große Brände
und es weht endlich neuer Wind...

Erst wenn's wieder spät und still geworden,
kommen alle allmählich zu Ruh.
Dann gibt's nur noch Ich und nur noch Du
und kein Heute, Morgen, Übermorgen!